Willkommen in Poppelsdorf
Willkommen in Poppelsdorf

Advent in Poppelsdorf

Zu Ruhe kommen im Advent

 

Stimmungsvoller Kerzenschein, adventliche Texte, Lieder und Meditation, eine dreiviertel Stunde Zeit in der Hektik des Alltags zur Ruhe zu kommen. Die Rorate-Messen, zu denen die katholische Kirchengemeinde St. Sebastian ganz herzlich einlädt, sind eine gute Vorbereitung im Advent auf das Fest Christi Geburt hin. Nicht viel erinnert die Besucher dabei an die Ursprünge dieses Adventsbrauchs: Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil wurde dieser Gottesdienst meist an den Advents-Samstagen als Messe zu Ehren Mariens gefeiert; im Evangelium wurde von der Verkündigung des Herrn durch den Engel Gabriel berichtet. Immer noch aber sind in diesen Messen, heute meist an Werktagen zelebriert, die namensgebenden Worten "Rorate, caeli, desuper – Tauet, Ihr Himmel, von oben" aus dem Buch Jesaja wesentlicher Bestandteil. Raum für die in diesem Text ausgedrückte Sehnsucht des Volkes Gottes nach dem Kommen des Erlösers bleibt gerade in den Rorate-Messen: Abgedunkeltes Licht, der warme Schein vieler Kerzen und die Gemeinde rund um den Altar versammelt. Ein bewusster Gegensatz zum lichtüberfluteten Treiben in den Stadtzentren und Kaufhäusern, den viele Menschen sich gönnen. Das Warten auf die Ankunft, auch auf die zweite Ankunft des Herrn, wird nicht nur in den Verkündigungstexten des jeweiligen Tags hörbar, sondern auch in der Auszeit spürbar, die man sich bewusst für diesen Gottesdienst-Besuch nimmt, wenn man das frühe Aufstehen nicht scheut. Denn bereits um 6:00 Uhr beginnt an jedem Dienstag in der Adventszeit der Gottesdienst im Chorraum von St. Sebastian in der Poppelsdorfer Kirschallee. Zum anschließenden gemeinsamen Frühstück im Pfarrzentrum bringt traditionell jeder etwas mit. Wer nicht so gerne früh aufsteht ist eingeladen zur stillen Anbetung an den Freitagen ab 30.11. (außer 07.12.) um 21:30 Uhr mit anschließender Komplet, dem Nachtgebet der Kirche um 22:00 Uhr. Am 3. Advent sind alle Familien zu einer Familienmesse eingeladen. An den anderen Adventsonntagen wird während der Gottesdienste um 10:45 Uhr zeitgleich ein Wortgottesdienst für Kinder angeboten.

 

Wir freuen uns, Sie zu sehen und wünschen

eine geruhsame Zeit der Ankunft!

Ihr Pfarrausschuss St. Sebastian

und das Seelsorgeteam



Advent heißt Ankunft

Dabei geht der ursprüngliche Sinn dieser Zeit häufig verloren

 

Advent (lat. adventus = Ankunft) ist im christlichen Festkreis die Vorbereitungszeit auf die Ankunft Christi. Dabei hat „Ankunft“ zweifache Bedeutung: zum einen ist damit die Geburt, die Menschwerdung Gottes gemeint, zum anderen weist der Advent auf das zukünftige Kommen Christi in Herrlichkeit hin. Mit dem ersten Advent beginnt das Kirchenjahr. Die Dauer des Advents ist bis heute nicht einheitlich. Seit dem Konzil von Trient (1545 – 1563) schreiben die Liturgiebücher den Advent gesamtkirchlich vierwöchig vor. In Mailand wird bis heute an einer sechswöchigen Adventszeit festgehalten. Der erste Advent ist am Sonntag zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember. Die Adventszeit endet am Heiligen Abend. Jeder der vier Adventssonntage hat einen eigenen Charakter: 1. Advent: Einzug Jesu in Jerusalem, 2. Advent: Wiederkunft Christi, 3. Advent: Johannes der Täufer (Vorläufer Jesu), 4. Advent; Maria (Mutter Jesu). An jedem Sonntag wird eine weitere Kerze auf dem Adventskranz angezündet. Ursprünglich war die Adventszeit eine Zeit des Fastens und der Buße. Die violette Farbe der Messgewänder erinnert noch heute daran. Heute hat sich der Adventskalender durchgesetzt. 24 Türchen mit Bildern, Texten oder Schokolade sollen die Wartezeit bis Weihnachten vor allem für die Kinder verkürzen.

Foto: Karl-Heinz Kron

Ein Kranz aus Tannenzweigen und Kerzen

Licht in dunklen Tagen

 

Als „Erfinder“ des Adventskranz gilt Johann Hinrich Wichern (1808-1881). Der Hamburger Pfarrer leitete das Heim für elternlose Jugendliche „Rauhes Haus“. In der Adventszeit stellte Wichern einen Holzkranz mit 19 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen für die Adventssonntage auf. Jeden Tag wurde eine Kerze mehr angezündet.

Seit 1925 fand der Adventskranz, allerdings mit nur noch vier Kerzen, seinen Weg in die katholische Kirche. Um 1935 wurden die häuslichen Adventskränze in der Kirche geweiht. Die heutigen traditionellen Adventskränze bestehen aus gebundenen Tannenzweigen und vier roten Kerzen. Oft wird der Kranz mit Kugeln und Schleifen geschmückt. Sie sind mittlerweile weltweit verbreitet.

Der Brauch, Immergrünes in der Wohnung aufzuhängen, ist sehr alt. Schon vor 600 Jahren wurden Zweige von Wacholder, Misteln und Tannen in das Haus geholt. Sie symbolisierten ungebrochene Lebenskraft, das Haus sollte vor Schaden bewahrt werden. Grün symbolisiert die Farbe des Lebens. Der Lorbeerkranz war in der Antike ein Symbol des Sieges. Der Adventskranz soll den Sieg der Christen über die Dunkelheit darstellen.

Oft wird der Adventkranz auf den Erdkreis und die vier Himmelsrichtungen gedeutet. Weiterhin ist der Kreis ein Symbol für die Ewigkeit und die Auferstehung. Die Adventskerzen sind traditionell rot, als Zeichen für das Blut, das Christus für die Menschen vergossen hat. Die vier Kerzen, die nacheinander an den vier Adventssonntagen entzündet werden, stehen für das kommende Licht, das an Weihnachten die Welt erleuchtet. (jm)

 

 

Nikolaus ist Geschenkbringer, Wundertäter und Nothelfer

Symbolgestalt des gelebten Glaubens


Nikolaus von Myra gehört zu den großen Gestalten der frühen Christenheit. Ein slawisches Sprichwort sagt: "Wenn Gott je sterben sollte, würden wir den heiligen Nikolaus zu Gott machen." Nikolaus ist wie kein Zweiter das Symbol der Nächstenliebe und Helfer der Armen und Bedrängten. Sein Glanz überstrahlt beinahe das Licht aller Heiligen.

Nikolaus ist zum Inbegriff eines Menschen geworden, der seinen Weg zu Gott über die Brücke der Nächstenliebe geht. Durch die Legenden, die sich um ihn ranken, wird er selbst zur Legende. Der Bischof von Myra ist Nothelfer, Geschenkbringer, Wundertäter, Schutzpatron von Kindern und Seefahrern und scheinbar auch den Gesetzen von Zeit und Raum enthoben.

Verehrt in Ost und West

In der oströmischen Provinz Lykien geboren und in der gesamten Ostkirche bis heute hoch verehrt, hat Nikolaus auch unter den frühen Heiligen des ehemaligen weströmischen Reiches eine überragende Stellung erworben. Auch in den protestantischen Kirchen wird sein Gedenken bis heute am 6. Dezember ausgiebig gefeiert. Nikolaus ist beheimatet in der offiziellen Liturgie der Kirche, aber auch zu Hause in den volkstümlichen Festen der Familien, Kindergärten, Schulen und Vereine.

Doch auch viele Verzerrungen hat der ehrwürdige Bischof erfahren. Wie viel Kitsch und Verweltlichung muss er bis heute über sich ergehen lassen. Vom "bösen Niklas" im Struwwelpeter mutiert er langsam zum Gartenzwerg und wird als dickbäuchiger und rotnasiger Weihnachtsmann zur Leitfigur der gnadenlosen Vermarktung des weihnachtlichen Konsums.

Geschichtlich betrachtet steht die Person des Nikolaus kaum fassbar vor uns. Eine auch nur annähernd eindeutige Biographie über den Bischof von Myra vorzulegen ist nicht möglich, die ältesten Quellen über sein Leben stammen aus dem 6. Jahrhundert und sind von Legenden umrankt. Bis heute wird zwar sein aufgebrochenes Grab in der Bischofskirche von Myra gezeigt, doch auch hier sind sich die Fachleute uneins, ob es sich wirklich um die ehemals letzte Ruhestätte der berühmten Bischofsgestalt handelt.

Legenden um eine Symbolgestalt

Auslöser für die Verehrung und die Entstehung des Brauchtums um die Figur des heiligen Nikolaus sind die Legenden, die im 6. Jahrhundert auftauchen. Der Nikolaus-Kult steht von Anfang an in einem Zusammenhang mit dem Weihnachtsfest. Der Bischof wird in den Legenden zur Symbolgestalt des gelebten und erlebten Glaubens an Jesus Christus.

 

Aufgrund kritischer Textanalysen weiß man heute jedoch, dass seine Gestalt fiktiv ist; der legendäre Nikolaus ist eine Verschmelzung zweier historischer Personen: dem Bischof Nikolaus von Myra, der wahrscheinlich im 4. Jahrhundert gelebt hat, und dem gleichnamigen Abt Nikolaus des Mönchsklosters Sion, der später Bischof war und am 10. Dezember 564 starb.

Nikolaus von Myra ist wie auch der heilige Martin von Tours (Sankt Martin), die etwa zeitgleich gelebt haben mögen, zu einem "politischen" Heiligen geworden. Beide sind die ersten Nicht-Märtyrer, die als Heilige verehrt wurden und stehen für den Kampf gegen das Vordringen des Islam im frühen Mittelalter.

Von Myra nach Bari

Nach der Eroberung der Hafenstadt Myra durch islamische Truppen raubten 1087 süditalienische Kaufleute die Gebeine aus der Grabstätte des Heiligen und überführten die Reliquien in ihre Heimat Bari. Die Gebeine werden bis heute dort in der Basilika von San Nicola aufgebahrt.

 

Das Bild des heiligen Nikolaus ist also insbesondere durch die Legenden bestimmt, und davon gibt es in dessen Lebensspiegel reichlich. Die älteste Nikolaus-Legende berichtet von drei oströmischen Feldherren, die Opfer einer Intrige und zum Tod verurteilt werden. Im Kerker beten sie zum heiligen Nikolaus, der daraufhin dem Kaiser erscheint und die Freilassung der Feldherren veranlasst.

Die wohl volkstümlichste Legende, die sich bis heute auf dem Gabenteller am Nikolaustag niederschlägt, erzählt, wie Nikolaus einem armen Mann und dessen Töchtern mit drei Goldklumpen aus einer Notlage hilft. Nikolaus erfährt, dass der Mann seine Töchter zur Prostitution hergeben soll, weil er kein Geld hat. Um dies zu verhindern, wirft der Bischof in drei aufeinander folgenden Nächten je einen großen Goldklumpen in das Zimmer der Frauen. Aus dieser Legende entspringt die häufige ikonografische Darstellung des Heiligen mit drei goldenen Kugeln oder Äpfeln.

Buntes Brauchtum

Das älteste Nikolaus-Brauchtum stammt aus dem 9. Jahrhundert: das Kinderbischofsspiel. Das Spiel wird bereits um 870 auf dem Konzil von Konstantinopel erwähnt und vermischt sich später mit dem Nikolaus-Brauchtum. Ursprünglich wurde es am Tag der Unschuldigen Kinder (28. Dezember) als eine Art Karneval oder Narrenfest gefeiert. Im 11. Jahrhundert kommt das Fest ins Abendland und hält sich dort bis in das 18. Jahrhundert.

 

Seit dem 13. Jahrhundert bürgert sich der 6. Dezember als Festauftakt ein, wobei die gesamte Feier bis zum 28. Dezember dauert. Das eigentliche Spiel besteht darin, dass die Schüler an Kloster-, Stift- und Domschulen einen "Abt" oder "Bischof" wählten, der ein pompöses Fest und große Umzüge durchführte. Ausgestattet war der Knabenbischof wie ein richtiger Bischof: mit Chorkleidung, Mitra und Stab.

Das Fest der Unschuldigen Kinder (28. Dezember) war im Mittelalter auch Kinderbeschenktag. In dem Maße, wie der heilige Nikolaus populär und Patron der Kinder wurde, verlagerte sich im 13. Jahrhundert der Kinderbeschenktag auf den Festtag des heiligen Nikolaus (6. Dezember). Um 1500 war Weihnachten als Schenktermin oder Kinderfest noch unbekannt.

Die Reformation hat sowohl den heiligen Nikolaus als Geschenkbringer, als auch den 6. Dezember als Termin bekämpft. Neuer Schenktermin – zunächst in protestantischen Gegenden, nach 1900 allmählich flächendeckend in ganz Deutschland – wurde Weihnachten. Geschenkbringer wurde die von Martin Luther propagierte Kunstfigur "Christkind". Im Laufe der Entwicklung mutierte das "Christkind" schließlich zum "Weihnachtsmann", der wiederum zum Teil Wesensmerkmale und den Namen des heiligen Nikolaus übernahm.

 
Von Markus Schüppen



Adventansingen

Sonntag, 2. Dezember, 17:00 Uhr Poppelsdorfer Platz

 

Gemeinsam wollen wir Lieder singen und mit Glühwein und Kinderpunsch die Adventszeit einstimmen.
Diesmal möchten wir mit den Spenden für die Getränke den Grundstock für die Kosten eines Bücherschrankes auf dem Poppelsdorfer Platz legen.

poppelsdorf.de wird Ihnen zur Verfügung gestellt von Ihrer Kolpingsfamilie Poppelsdorf

Redaktion: Karl-Heinz Kron

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