Willkommen in Poppelsdorf
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Troschelstraße

Ein Natur und Menschenfreund: Über den Namensgeber der Troschelstraße

Franz Hermann TroschelDie Troschelstraße ist die Verbindungsstraße zwischen Luisen- und Blücherstraße. Die Recherche über den Namen bringt mehr als nur das Andenken an einen Gelehrten, der durch sein Können das Ansehen der Bonner Universität bereicherte. Hier die Lebensdaten von Professor Franz Hermann Troschel: Geboren wurde er am 12. Oktober 1810 in Spandau. Seine Jugendjahre verlebte er in Rheinsberg und studierte in Berlin Zoologie, wo er 1834 promovierte und zehn Jahre später sich habilitierte. 1848 erreichte ihn ein Brief des Bonner Geologen Jacob Noeggerath, der ihn aufforderte, sich um den Lehrstuhl für Zoologie in Bonn zu bewerben. Dieser war vakant geworden nach dem Tode des bisherigen Inhabers Georg August Goldfuß. Bereits im Frühjahr des gleichen Jahres wurde er zum ordentlichen Professor ernannt. Er wohnte – wie sein Vorgänger – im Poppelsdorfer Schloss. Es wird rühmend von ihm berichtet, er habe sich mit Eifer und großem Geschick um die dortigen Gemeindeangelegenheiten verdient gemacht. 1860 wurde er von seinen Kollegen zum Rektor der Universität gewählt; bei seiner Gewandtheit in der Geschäftsführung fiel es ihm leicht, „dieses Amt in Ehren zu führen“, wie ein Zeitgenosse rühmend berichtete. Erwähnt sei aus seiner wissenschaftlichen Tätigkeit, dass er von 1848 bis zu seinem Tode das „Wigmann’sche Archiv für Naturgeschichte“ herausgab.

In seiner frühen Bonner (Poppelsdorfer) Zeit unternahm Franz Hermann Troschel ausgedehnte Fußwanderungen durch die nähere Umgebung, entlang der Täler der Sieg, der Ahr und der Lahn. Aber auch die Gegend um Poppelsdorf beeindruckte ihn sehr. Er liebte vor allem das Tal der Melb, dem er seine besondere Aufmerksamkeit schenkte, wohl in Vorahnung der Bedeutung als Naherholungsgebiet für die Bewohner der sich zunehmend ausbreitenden Stadt Bonn. Zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts regten sich in der Stadt das Interesse und die Sorge um die Verschönerung des Stadtbildes und seiner Umgebung. Bonner Bürger schlossen sich zum „Bonner Verschönerungsverein“ zusammen, zu dessen Präsident Troschel 1863 gewählt wurde und lange Jahre dort engagiert und erfolgreich tätig war. Noch 1880 setzte er sich für den Ausbau des Fußweges von Poppelsdorf nach Gut Melb und weiter hinauf zum Venusberg ein. Er verhandelte geschickt und nachhaltig mit den Grundbesitzern um Überlassung von Grund zum Ausbau des gängigen und bequemen Weges entlang der Melb. Ihm zu Ehren schmückt der Troschelstein am Anfang des Melbwanderweges einen Rastplatz und lädt zur Erinnerung an diesen bemerkenswerten Gelehrten, Natur- und Menschenfreund ein, dessen Andenken auch in der Straßenbezeichnung „Troschelstraße“ weiterleben möge. Dieser Stein wurde in einem Festakt enthüllt am 25. Jahrestag (1884) der Gründung des „Verschönerungsverein Bonn“, dem Troschel so lange intensiv verbunden war.

Grabstein Franz Hermann TroschelProfessor Franz Hermann Troschel starb am 4. November 1882 in Bonn. Seine Grabstätte ist auf dem Alten Friedhof, ganz in der Nähe des imposanten Ehrenmals für die Toten der Kriege. Der rötliche Grabstein stammt aus einer Berliner Werkstatt, ein Zeichen für die Verbundenheit Troschels zu Berlin.

Helmut Uessem

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Bild: Sarah Frank
In: Pfarrbriefservice.de

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Redaktion: Karl-Heinz Kron

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