Willkommen in Poppelsdorf
Willkommen in Poppelsdorf

Radiomesse vom 20.10.2013

Die heilige Messe vom Sonntag, 20.10. an St. Sebastian wurde durch den Deutschlandfunk im Radio übertragen. Hier können Sie sich die Messe nochmals im Internet anhören.

 

Predigt

Die Predigt von unserm Pastor, Dechant Bernd Kemmerling finden Sie hier zum nachlesen:

 

„Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben vorfinden?

 

Liebe Mitchristen, eine Frage, die heute so aktuell ist wie damals - gegen Ende des 1. Jahrhunderts, als das Lukasevangelium geschrieben wurde. Das Leben der jungen christlichen Gemeinde hatte damals hier und da seinen ersten Schwung, seine erste Begeisterung allmählich verloren. Die versprochene und erwartete unmittelbar bevorstehende Wiederkunft Jesu, die Parusie, blieb aus, und zog sich in die Länge. Enttäuschung und Gleichgültigkeit machten sich mancherorts breit, und die Frage bohrte: hat Gott uns vielleicht vergessen? Hört er eigentlich, wenn wir zu ihm rufen? Lohnt es sich überhaupt noch zu glauben, zu hoffen und zu lieben? Lohnt es sich überhaupt noch, das Leben auf ihn auszurichten, sich moralisch anzustrengen und auch zu beten? Fragen, die sich auch in unserer Zeit nicht wenige unserer Zeitgenossen stellen. Welchen Glauben würde Jesus heute auf der Erde finden? Wenn wir uns ehrlich in unserer Gesellschaft umschauen, müssen wir feststellen, dass es eine weitverbreitete Loslösung von Gott und der Kirche gibt. Wir haben einen Rückgang der Glaubenspraxis zu beklagen, wachsende kritische Distanzierung wahrzunehmen, manchmal leider auch hausgemacht, wie in diesen Tagen. Da gibt es Fragen an unsere Glaubwürdigkeit, die Kirchenbesucherzahlen gehen stetig zurück, und wir sprechen von einer zunehmenden Verdunstung des Glaubens. In Tauf – Trauungs – oder Beerdigungsgottesdiensten begegne ich getauften Christen, die zu sprachlosen Analphabeten im der Liturgie geworden sind, und nicht mehr wissen, wie es geht. Und dabei habe ich den Eindruck, dass es gar kein böser Wille ist, sondern dass sie eigentlich gerne beten würden, aber es irgendwie verlernt haben. Das da eine Ahnung ist, dass es gut täte, beten zu können, aber zu wenige es ihnen vorgelebt haben. Es fehlen die Vor-Beter, und damit meine ich nicht den zeitlich begrenzten liturgischen Dienst sondern eine Lebenshaltung. Eine Ohnmacht, die mich keineswegs ärgert oder wütend macht, sondern in mir vielmehr Sympathien weckt, und mich motiviert, Geduld und Verständnis mit ihnen zu haben. Wie tröstlich, darauf vertrauen zu dürfen, dass dabei für unseren Gott auch ein aufrichtiges, schweigendes Herz, das sich ganz einfach Gott nur hinhält, schon ein betendes Herz ist. Und dann ist es mir ein Anliegen, wie Jesus im gehörten Gleichnis, gerade diesen Menschen in der Predigt aufzuzeigen, dass es sich auch heute lohnt, trotz aller Widrigkeiten auf diesen Gott felsenfest zu vertrauen, sein Leben, seine Freude und seine Sorgen vor ihm zur Sprache zu bringen, unablässig zu beten, und mit ihm im eigenen Leben zu rechnen. Sozusagen ein verlockendes Angebot! Dazu motiviert mich eine beglückende Erfahrung, die ich als Seelsorger heute auch mache. Wenn ich meine Aufmerksamkeit nicht nur auf das richte, was weniger wird und schwieriger, dann nehme ich ermutigend war, dass es direkt daneben auch genau das Gegenteil gibt, nämlich sprießenden, keimenden Glauben. Da kenne ich viele junge Familien, die sich sehr lebendig in unseren Gemeinden engagieren, denen es wichtig ist, dass ihre Kinder in Gemeinde und Liturgie ein spirituelles und menschliches zu Hause finden; einen Ort haben, wo sie in katholischen Kindergärten auch das Beten lernen, das Kirchenjahr kennenlernen, und in froher Gemeinschaft praktizieren können. Kleine, aber unübersehbare und Hoffnung weckende Aufbrüche des Glaubens, die die Lügen strafen, die sagen: Glaube, Kirche, dass ist doch was für die von vorgestern. Nein! Religion, Glaube, Kirche, - dass ist etwas für die, die heute schon an Übermorgen denken; an das, was dann besonders wichtig sein wird. Entscheidend dabei ist natürlich, was jeder einzelne unter „Glaube“ versteht. Was bedeutet das für mich, wenn ich nachher singe: ..dies glaub´ ich und so leb´ ich…? Für mich steht fest: Glaube – dass ist nicht nur ein System von Vorschriften, Geboten und Verboten, das mir sagt, was ich zu tun und zu lassen habe – sozusagen eine Handlungsanweisung für ein gelingendes Leben. Glaube ist auch nicht nur das fürwahr halten von bestimmten Glaubenssätzen und Glaubenswahrheiten über Gott. Das ist es natürlich alles auch, aber nicht in erster Linie. Glaube ist zuerst und vor allem, eine Antwort auf die grundlegende Frage, wie ich mich und mein Leben verstehen kann. Auf welchem Fundament ich es aufbauen kann. In jedem von uns bohrt ja die bange Frage: Wer bin ich? Im Glauben darf ich darauf vertrauen: ich bin wer! Das ist die Botschaft Jesu an jeden Menschen. Diese Botschaft hat er gelehrt und gelebt in so vielen heilsamen Begegnungen mit gerade den Menschen, die in den Augen der anderen unwichtig, wertlos und unansehnlich waren. In diese Menschen hat er das Vertrauen hineingeliebt:: Du bist wer, und du bleibst wer über deinen Tod hinaus. Du bist unsterblich geliebt, unbedingt angenommen und unendlich gewollt. Und weil Du, wie es im Gleichnis hieß, zu Gottes Auserwählten gehörst, wird er dich nicht überhören und nicht übersehen. Das müssen wir nicht glauben: das dürfen wir glauben! Eine unser Leben und Sterben begleitende Zusage, die wir ja gerade am Beginn unseres Lebens in der Taufe feiern: Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter! So bedeutet Glauben zuerst und vor allem das sich mit Herz und Verstand, mit Leib und Seele Festmachen im Herzen Gottes, wie es das hebr. Wort für glauben und vertrauen: aman – ja auch meint. Darum ist das kleine Wort „Amen“ ja auch das kürzestes Gebet und Glaubensbekenntnis zugleich, was wir kennen. Liebe Mitchristen, ein Kletterer, der am Berg unterwegs ist, muss sich immer wieder versichern, dass er gut und fest angeseilt und gesichert ist. Das ist für mich ein Bild für das, was Beten vornehmlich meint. Im Beten versichere ich mich, werde ich inne, dass mein Leben kein gottvergessenes Leben ist, sondern in einer Beziehung steht, dass es sich unter der liebenden Aufmerksamkeit des Vaters vollzieht, in dessen Liebe ich fest verankert bin. Im Beten trete ich aus dem engen Raum der Wechselhaftigkeit und Brüchigkeit meines Lebens in den weiten Raum von Ewigkeit, weil ich dem Ewigen selbst begegne. Und das schenkt in der Hin und Hergerissenheit unseres Lebens Halt, Frieden und Ruhe. Und in der Ruhe liegt ja bekanntlich ganz viel Kraft, die lieben macht. Ich glaube, unsere Zeit braucht gerade uns als Christen, die manchmal als heilsame Störenfriede im Gebet den beschränkten Horizont einer endlichen Welt weiten und aufsprengen für den unendlichen Gott. Es ist also nicht nur die letzte Frage des Evangeliums aktuell: … „aber wird der Menschensohn noch Glauben vorfinden“… sondern auch der erste Satz: ….“in jener Zeit sagte Jesus, dass die Jünger allezeit beten sollten“. Betend und singend wollen wir jetzt unseren Glauben hier im Gottesdienst feiern. Gott zur Ehre und allen Menschen zum Heil. Amen

Keine Kirmes in 2017!

In diesem Jahr findet aufgrund des zum traditionellen Kirmestermin stattfindenden Historischen Jahrmarkt (Open Air) auf dem Münsterplatz vom 7. bis 16. Juli 2017 keine Poppelsdorfer Kirmes statt. Wir freuen uns auf 2018!

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Redaktion: Karl-Heinz Kron

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